Österreichische Adipositas Gesellschaft
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Adipositas: Influencer starten Kampagne in den sozialen Medien

Immer mehr junge Menschen sind mit starkem Übergewicht und Adipositas konfrontiert1. Nun machen erstmals auch Social Media Influencer mit einer Kampagne auf das gewichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen aufmerksam. Unterstützung bekommen sie vom bekannten Physiker Werner Gruber.

Wien, 8. Oktober 2021

„Übergewicht ist ein Gesundheitsrisiko. Ich selbst habe immer gegen mein Übergewicht gekämpft und hätte ich nicht medizinische Unterstützung bekommen, hätte ich jetzt wahrscheinlich Bluthochdruck und Diabetes. Daher möchte ich vor allem mit jungen Menschen zum Thema Adipositas ins Gespräch kommen“, sagt der bekannte Physiker Werner Gruber. Als Mitglied der beliebten „Science Busters“ wurde der Wissenschaftler und Autor einem breiten Publikum bekannt.

Auch jungen Influencern ist das Thema ein besonderes Anliegen. Sie wollen mit einer Kampagne in den Sozialen Medien darauf aufmerksam machen. Gemeinsam mit Werner Gruber haben sie sich daher zum gemeinsamen Training und Videoshooting im „Skillbeast Jungle“ im 9. Bezirk getroffen.

Das Studio gehört Otmane Kabietadiko, seiner Fangemeinde besser bekannt als Oti. Der ehemalige American Footballspieler hat sogar ein eigenes online Trainings-Programm entwickelt, um seinen Kundinnen und Kunden zu einem neuen Körpergefühl zu verhelfen. Zudem gibt er seinen 39.000 Followern auf Instagram regelmäßig Tipps und zeigt wirkungsvolle Übungen.

Oti wie auch die anderen Influencer nutzen ihre Präsenz auf Instagram, um möglichst viele junge Menschen zu erreichen. „Es ist essenziell, übergewichtigen Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie eigenverantwortlich ihr Leben verändern können. Das bedeutet Wissen rund um Ernährung, aber auch das Know-How, wie man den eigenen Körper bewegt, um so langfristig gesünder zu werden. Den eigenen Körper verstehen, lernen vital zu sein und sich im Körper wohlfühlen und dann daran arbeiten – wie auch immer das aussehen mag. Mein Ziel ist es mit Sicherheit nicht, alle KundInnen schlank zu machen. Mir geht es darum, sie dabei zu unterstützen fit und mental stark zu werden, damit sie eine gesunde Beziehung zu ihrem Köper haben.“, so Trainer Oti.

Adipositas: Kostenlawine belastet Gesundheitssystem und Wirtschaft

Ein guter Zeitpunkt für ein dringendes Thema. Schon jede/r zweite Österreicher/-in über 15 Jahren ist übergewichtig, jede/r dritte von Adipositas betroffen2. Die Zahlen steigen, Einschränkungen durch Lockdowns während der Pandemie haben die Situation zusätzlich verschärft. Die Folgen der Adipositas können dramatisch sein: Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder Krebs.
Adipositas ist auch ein großer Risikofaktor für einen schweren Verlauf von Covid-19 mit langem Krankenhausaufenthalt. Dennoch sind chronische Erkrankungen durch die Pandemie aus dem Fokus geraten.
„Das Thema muss rasch zurück an die Spitze der politischen Agenda. Je schneller, umso mehr können wir Folgeerkrankungen reduzieren oder manchmal sogar verhindern“, begrüßt Priv. Doz. Dr. Joakim Huber, Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft, die Initiative der jungen Influencer.
Für die Gesundheit der Betroffenen zählt jedes Kilo. Aber auch für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft ist Adipositas eine Belastung. Gerade die Behandlung von Folge-Erkrankungen ist sehr teuer. 8% der Gesundheitsausgaben in Österreich würden für Adipositas ausgegeben, errechnet die OECD3. Das entspricht rund 3,5 Mrd. Euro pro Jahr. Rechnet man indirekte Kosten für Arbeitsunfähigkeit, Frühpensionierungen, usw. dazu, reduziert Adipositas das österreichische BIP um gleich 3,3%. Das entspricht rund 12 Mrd. Euro pro Jahr.

Gemeinsam gegen Beschimpfung und Ausgrenzung

Das Thema geht aber weit über Zahlen und Kosten hinaus. Menschen mit Adipositas kämpfen nicht nur mit gesundheitlichen Problemen, sie erfahren häufig auch Ausgrenzung, Beschimpfungen und andere Formen der Stigmatisierung.
Beim Shooting der Kampagne im „Skillbeast Jungle“ steht der gemeinsame Spaß im Vordergrund. Der Alltag sieht für Betroffene oft leider anders aus. „Es ist nicht schön zu sehen wie unsere Gesellschaft mit übergewichtigen Menschen umgeht, keine Krankheit wird dermaßen stigmatisiert“, meint Joakim Huber. „Oft wird Betroffenen vorgeworfen, sie seien selbst schuld. Dabei ist Adipositas eine komplexe Stoffwechsel-Erkrankung, bei der nicht nur Essen und Bewegung eine Rolle spielen, sondern auch noch eine Vielzahl anderer Faktoren, wie etwa das Umfeld oder die Genetik. Die Gesellschaft muss daher endlich anerkennen, dass Menschen mit Adipositas eine Recht auf Unterstützung und eine professionelle Behandlung haben.“

Rückfragehinweis:
Österreichische Adipositas Gesellschaft
Simone Posch, MA
Tel: 0043 664 2481914
E-Mail: office@adipositas-austria.org

Quellen & weiterführende Informationen:
1 Von Adipositas spricht man ab einem Body-Mass-Index von 30 (Gewicht in kg/Größe in m2)
2 ATHIS Gesundheitsbefragung 2019
3 OECD Bericht, Obesity Burden of Disease


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