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Neue Studie erhebt Therapieangebote für Adipositas in Österreich Signifikant: Immer mehr Therapien werden selbst bezahlt

Wien am 17. Oktober 2018 – Erfolgreiche Therapiekonzepte sind in Zeiten steigender Adipositas-Prävalenz von großer gesundheitspolitischer Bedeutung. Das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN führte eine wissenschaftliche Erhebung der Therapieangebote in Österreich durch. Auffällig ist eine Entwicklung zur Privatmedizin bei den bestehenden Therapieangeboten. Die Österreichische Adipositas Gesellschaft (ÖAG) fordert anlässlich ihrer Jahrestagung, dass keine Betroffenen auf der Strecke bleiben dürfen. Neue kostenlose Broschüren liefern Betroffenen und Angehörigen einen aktuellen Überblick über regionale Therapieangebote und erleichtern die Suche nach geeigneten Einrichtungen.

„In Österreich ist jede dritte Frau und jeder zweite Mann übergewichtig – jede zehnte Frau und jeder siebente Mann sogar adipös, also krankhaft übergewichtig. Besonders bedenklich ist der beträchtliche Anstieg von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung und ihrer Relevanz für zahlreiche Folgeerkrankungen muss die Bekämpfung von Adipositas ein vorrangiges Ziel der Gesundheitspolitik sein“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler. Der Internist ist Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft (ÖAG), Vorstand des vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN sowie ärztlicher Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Salzburg.

Die Schwierigkeit eine individuell geeignete Therapieeinrichtung zu finden
Hoppichler weist auf eine besondere Problematik hin: „Die Suche nach einer Therapieeinrichtung stellt Betroffene oft vor Probleme. Wer sich in Österreich nach einer passenden Behandlungsmöglichkeit für Adipositas umschaut, wird schnell feststellen, dass die Angebote in ihrer Struktur und Finanzierung sehr unterschiedlich und nur schwer zu überschauen sind. Das erhöht die Zugangsschwelle und schwächt die Motivation, eine Therapie zu beginnen.“ Um für alle Hilfesuchenden mehr Transparenz zu schaffen und die Qualität der Angebote zu ergründen, analysiert SIPCAN regelmäßig das Adipositas-Therapieangebot in Österreich. Aufbauend auf der im Jahr 2015 durchgeführten letzten Erhebung, wurden 2018 die Behandlungsangebote neuerlich durchleuchtet. Die Daten wurden aktualisiert und neue Einrichtungen erfasst.

Insgesamt konnten bei der Erhebung, die von der ÖAG unterstützt wurde, 202 Institutionen in ganz Österreich mittels Online-Befragung zu quantitativen Eckpunkten und qualitativen Aspekten befragt werden. Wer ein Therapie-Angebot in Anspruch nehmen möchte, findet auf www.sipcan.at zwei kostenlose Broschüren mit einer Übersicht zu den aktuellen Therapieangeboten in ganz Österreich. Eine Broschüre informiert speziell über die Adipositas-Therapieangebote für Kinder und Jugendliche, die andere über entsprechende Angebote für Erwachsene.

Generell mehr Therapieplätze
Die SIPCAN-Untersuchung zeigt, dass das Angebot an Adipositas-Therapieplätzen im Steigen begriffen ist. Dies spiegelt sich auch darin, dass ein Drittel (32,3 Prozent) aller Einrichtungen erst innerhalb der letzten fünf Jahre begonnen haben, Therapien bei Adipositas anzubieten. 31 Prozent aller Einrichtungen bieten Therapien für Kinder, 56,9 Prozent für Jugendliche und 82,4 Prozent für Erwachsene an.

Private Medizin auf dem Vormarsch
Angebote zur Adipositas-Therapie sind in Österreich am häufigsten in privaten Praxen (42,9 Prozent) zu finden, gefolgt von ambulanten Angeboten in Kliniken (25,9 Prozent) und bei niedergelassenen Diätologen (24,9 Prozent). Angebote von Gemeinden (6,8 Prozent), Reha-Zentren (4,4 Prozent) oder Kuranstalten (3,9 Prozent) spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Bei der Finanzierung konnte eine Tendenz zu einer steigenden privaten Kostenübernahme beobachtet werden. 71,7 Prozent der befragten Institutionen gaben an, dass die Patienten zumindest einen Teil der Therapiekosten privat zahlen. Eine gänzliche Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen wurde von 39,1 Prozent der Einrichtungen genannt. Beide Werte liegen dabei klar über (private Kostenübernahme) beziehungsweise unter (Kostenübernahme durch Krankenkassen) jenen Ergebnissen der vergangenen Jahre.

Übergewicht und Adipositas sozial ungleich verteilt
Aus verschiedenen Studien ist bekannt, dass die Verbreitung von Adipositas stark mit sozioökonomischen Faktoren korreliert. In Ländern mit westlichem Lebensstil sind Männer, Frauen und Kinder aus den niedrigen Bildungs-, Berufsstatus- und Einkommensgruppen weitaus häufiger adipös als diejenigen aus den sozial bessergestellten Gruppen. „Vor dem Hintergrund, dass ein niedriger Sozialstatus mit einem erhöhten Adipositas-Risiko einhergeht, ist der Anstieg von privatfinanzierten Behandlungsangeboten mit Sorge zu beobachten“, warnt Hoppichler, „Der ÖAG ist wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt und jeder unabhängig von seinem Einkommen eine therapeutisches Angebot finden kann, dass zu seiner persönlichen Problemstellung passt.“

Folgeerkrankungen kosten uns allen viel mehr
Hoppichler führt aus: „Es ist relevant, dass allen Betroffenen individuell geeignete und leistbare Therapieangebote offenstehen. Die möglichen Folgen von Übergewicht und Adipositas müssen dabei bedacht werden. Begleiterkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus, Gelenksbeschwerden oder Depressionen stellen mit ihren hohen Kosten eine weit größere Belastung für das Gesundheitswesen dar. Wer also seine Adipositas behandeln lässt und behandeln lassen kann, hilft auch dem System zu sparen.“

Trend zur Individualisierung
Ein Ergebnis der Studie von SIPCAN ist, dass vor allem die Einzeltherapie (an 89,5 Prozent der Einrichtungen) im Trend liegt. Gleichzeitig wird die klassische Gruppentherapie, nur mehr an 45 Prozent der Einrichtungen angeboten. Auch hinsichtlich der Flexibilität richten sich immer mehr Einrichtungen nach den Kundenwünschen. So ist es aktuell an 89 Prozent der Einrichtungen möglich, jederzeit in das Therapieprogramm einzusteigen.

Angebotsspektrum: Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie
Die Untersuchung zeigte auch, dass die Ernährungstherapie nach wie vor die Hauptrolle in der Adipositas-Therapie spielt. 73,7 Prozent der untersuchten Institutionen bieten diese derzeit an. „Es ist bedenklich, dass neben der Ernährungstherapie die Bewegungstherapie nur in 30,7 Prozent aller befragten Einrichtungen und die Verhaltenstherapie nur in 31,2 Prozent angeboten werden“ erklärt Hoppichler. Dies spiegelt sich auch in der unterrepräsentierten Beteiligung von Psychologen (47,8 Prozent) und Psychotherapeuten (20 Prozent) wieder. „Dennoch ist es erfreulich, dass bereits an 74,6 Prozent der Institutionen interdisziplinär gearbeitet wird und an 44,4 Prozent der teilnehmenden Einrichtungen auch zusätzlich Präventionsmaßnahmen angeboten werden“ sagt Hoppichler weiter.

Evidenzbasierte Therapie als Qualitätskriterium
Die Tatsache, dass nur zwei von drei Therapieeinrichtungen (68,8 Prozent) nach evidenzbasierten Leitlinien arbeiten, sollte nachdenklich stimmen. Bei genauer Nachfrage wurde die S3-Leitlinie (Evidenzbasierte Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas) mit 84,8 Prozent am häufigsten genannt. „Die Arbeit nach evidenzbasierten Vorgaben ist für eine bestmögliche Behandlung unumgänglich. Diese stehen für die Qualität der Behandlung. Jeder Hilfesuchende sollte als erstes danach fragen, ob nach evidenzbasierten Leitlinien gearbeitet wird, um nicht irgendeinen Therapieversuch angeboten zu bekommen“ betont Hoppichler.

Adipositas-Experten tagen in Wien
Am 19. und 20. Oktober treffen sich im Tech Gate in Wien die führenden Adipositas-Spezialisten. Bei der ersten gemeinsamen Jahrestagung der Österreichischen Adipositas Gesellschaft und der Österreichischen Gesellschaft für Adipositas und Metabolische Chirurgie steht der interdisziplinäre Austausch im Zentrum. Neben den neuesten Forschungsergebnissen werden vor allem die gesundheitspolitischen Aspekte von Adipositas in einem interdisziplinären Rahmen diskutiert. Kosteneffizienz und Gesundheitsnutzen von Operationen werden aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet. Adipositas-Prävention in Kindergarten und Schule stehen genauso auf der Agenda, wie der Public Health-Nutzen von Fett- und Zuckersteuern.

Über SIPCAN
SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition) wurde im Jahr 2005 als Initiative für ein gesundes Leben gegründet. Als unabhängiges, wissenschaftliches Vorsorgeinstitut wird SIPCAN von einem nationalen, wissenschaftlichen Expertengremium aus medizinischen und angrenzenden Fachbereichen (Internisten, Kardiologen, Ernährungswissenschafter, Sozialmediziner usw.) unterstützt. Die Schwerpunkte von SIPCAN liegen in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention, Forschung und Wissenschaft. Weitere Informationen zu SIPCAN finden Sie unter: www.sipcan.at

Über die Österreichisch Adipositas Gesellschaft (ÖAG)
Die WHO hat Adipositas 1996 als eigenständige Krankheit definiert. Die Gründung der österreichischen wissenschaftlichen Fachgesellschaft fand im darauffolgenden Jahr durch den unermüdlichen und engagierten Einsatz einer Gruppe von Internisten und Stoffwechselspezialisten statt. Die ÖAG hat sich zum Ziel gesetzt, der Adipositas als eigenständiger Erkrankung Anerkennung zu verschaffen und Therapiestrategien zu entwickeln, sowie diese einer breiten Anwendung zuzuführen. Die Experten der ÖAG wollen die Notwendigkeit ärztlicher Basisdiagnostik und die medizinische Begleitung der Gewichtsreduktion sowie eine qualifizierte diätetische Führung in der klinischen Praxis verankern. Weitere Informationen zur ÖAG finden Sie unter: www.adipositas-austria.org

Rückfragehinweis:
Public Health PR; Mag. Michael Leitner,
Tel.: 01/60 20 530/91;
Mail: michael.leitner@publichealth.at

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler, Internist, Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft (ÖAG), Vorstand des vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN, ärztlicher Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Salzburg
Copyright: SIPCAN

Beispielfoto Erwachsener Copyright: JPC-PROD Fotolia

Beispielfoto Kinder Copyright: AfricaStudio Fotolia

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