Leitlinien: 4. Gewichtsreduktion

18.11.2004

4.1. Vorteile einer Gewichtsreduktion

Eine Reihe von Studien konnte die Vorteile einer bereits moderaten Gewichtsreduktion belegen. Die Vorteile einer Gewichtsreduktion um 10 kg sind:

Mortalität:

  • Senkung der Gesamtmortalität um >20% (Williamson, 1995)
  • Senkung der Diabetes-assoziierten Mortalität um >30% (Williamson, 2000)
  • Senkung der Adipositas-assoziierten Karzinomtodesfälle um > 40% (Williamson, 1995)

Blutdruck:

  • Bei Patienten mit Hypertonie wird der systolische Blutdruck um 7 mmHg, der diastolische um 3 mmHg reduziert (MacMahon, 1987)
  • Die Gewichtsabnahme verringert das Hypertonierisiko (Stevens, 2001)

Diabetes mellitus Typ 2:

  • Senkung des HbA1c-Wertes um 1–3% bei adipösen Typ-2-Diabetikern durch eine Gewichtsreduktion von 5–10 kg (Brown et al, 1996)
  • Abnahme der Nüchternglukose um 30–40 mg/dL pro 10 kg Gewichtsreduktion (Anderson, 2001)
  • Senkung des Risikos der Progression einer gestörten Glukosetoleranz in einen manifesten Diabetes mellitus Typ 2 durch eine umfassende Lebensstilintervention mit Gewichtsreduktion von 3,5 kg–5,5 kg und Bewegung um 58% (Tohumelehto, 2001)

Lipide:

  • Senkung des Gesamtcholesterins um durchschnittlich 10%
  • Senkung des LDL-Cholesterins um 15%
  • Erhöhung des HDL-Cholesterins um 8%
  • Senkung der Triglyzeride um 30–80%, jeweils in Abhängigkeit vom Typ der Hyperlipidämie und Ausgangswert

 
4.2. Nachteile einer Gewichtsreduktion

Bei Gewichtsabnahme besteht ein erhöhtes Risiko für Gallensteinerkrankungen. Die Gallensteinbildung ist umso häufiger, je schneller und ausgeprägter die Gewichtsabnahme ist (Everhart, 1993).

Im Zusammenhang mit einer drastischen Gewichtsreduktion kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen, und, unter Umständen, zu einer erhöhten Inzidenz von Schenkelhalsfrakturen (Langlois, 1996). Der Einfluss von Gewichtsschwankungen auf die Knochendichte gilt als noch nicht ausreichend untersucht.

Gesundheitliche Nachteile durch „Weight Cycling“ konnten bislang nicht nachgewiesen werden (National Task Force on the Prevention and Treatment of Obesity, 1994). Ebenso fehlt die Evidenz für die Annahme, dass Diäten bzw. Gewichtsreduktionsprogramme die Entwicklung von Ess-Störungen fördern (National Task Force on the Prevention and Treatment of Obesity, 2000).

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