Leitlinien: 1. Einleitung

18.11.2004

Adipositas ist als eine chronische Erkrankung mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko zu bewerten, die eine langfristige Betreuung erfordert (WHO, 2000). Mit der zunehmenden Häufigkeit der Adipositas sind Versorgungsengpässe und Kostenanstiege in den Gesundheitssystemen zu erwarten. Bemühungen, diese Probleme einzudämmen, resultierten auch in der Erarbeitung einer Reihe von nationalen Leitlinien zur Behandlung der Adipositas. Dazu zählen bislang neben den Leitlinien der Deutschen Adipositasgesellschaft (www.adipositas-gesellschaft.de/Leitlinien/leitlinien.html) jene von Schottland, England, Frankreich, den USA (SIGN, 1996; Royal College of Physicians, 1998; NHLBI, 1998; Basdevant et al, 2002; EASO 2002).

Die Definition der Adipositas als Krankheit bedeutet, dass ausschließlich Ärzte und von Ärzten beauftragte Ernährungsberater berechtigt sind, eine Behandlung von adipösen Patienten durchzuführen. Patienten mit Übergewicht und ohne Begleiterkrankung können auch von anderen Gesundheitsberufen oder dafür besonders ausgebildeten Laien betreut werden.

Zu den Ursachen der Adipositas zählen

  • Familiäre Disposition, genetische Ursachen
  • Lebensstilfaktoren (wie Bewegungsmangel, Fehlernährung)
  • Ess-Störungen (wie Binge Eating Disorder, Night Eating Disorder)
  • Endokrine Erkrankungen (wie Hypothyreose, Cushing-Syndrom)
  • Medikamente (wie einige Neuroleptika, Antidepressiva, Antidiabetika, Glukokortikoide, Beta-Blocker)
  • Besondere Lebensumstände (wie Nikotinverzicht, Schwangerschaft, Klimakterium, Immobilisierung)

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